Wildschweinmonitoring des
Kreis-Veterinäramtes LRA Mil
Merkblatt und Begleitschein
als
PDF-Datei
kann auch von der Webseite des
Kreisveterinäramtes heruntergeladen werden
Merkblatt zur
Wildbretdirektvermarktung
herausgegeben von Kreisveterinäramt LRA Mil
als Information für die Jäger
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PDF-Datei
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Kreisveterinäramtes heruntergeladen werden
Vom
Revier in den Kochtopf
Wie
kann man das Verhitzen des Wildbrets verhindern?
Was ist
"Verhitzen"'?
Wärmestau
im Körper eines erlegten Stückes Wild führt dazu, dass im
Muskelfleisch statt der Milchsäure Buttersäure entsteht und dass
als Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Porphyrine entstehen, die dem
Muskelfleisch eine bräunliche bis kupferrote Farbe und einen
unangenehmen scharfen stickigen Geruch verleihen
Wie schnell
das Verhitzen eines erlegten Stückes Wild eintritt, lässt sich
generell nicht sagen, da eine Reihe von Faktoren eine wesentliche Rolle
spielen, wie, z.B.:
1.
Körpertemperatur und
Konstitution des Wildes zum Zeitpunkt
des Verendens
Konstitutionell
gute und gesunde, Stücke weisen eine stärkere Fettschicht auf als
abgekommene Stücke da die Fettschicht isoliert, kühlt der Wildkörper
langsamer ab und verhitzt somit schneller Die Körpertemperatur eines
gesunden, nicht gehetzten und somit ungestressten Stückes liegt
zwischen 37 und 38 Grad C.
Wird
das Stück gehetzt, steigt die Körpertemperatur auf 40 Grad C an, was
nach dem Verenden ein schnelleres Verhitzen bewirkt.
2.
Lage und Größe des Ausschusses
Ist
der Ausschuss groß und liegt das erlegte Stuck nicht, auf dem
Ausschuss, dann kühlt es schneller aus.
3.
Umgebungstemperatur
Der
Vorgang des Verhitzens spielt sich im Muskelfleisch ab. Verhitzen ist
somit auch im kalten Winter möglich
In
ungünstige Fällen (z. B. Sonneneinwirkung kann ein Stück schon nach
ca. 90 Minuten verhitzen und unbrauchbar werden.
Vorsicht!
-
Vom Anschuss in die Dickung abgesprungenes Wild sollte spätestens
nach 30 bis 45 Minuten
nachgesucht werden (außer beim Laufschuss), egal ob bei Tag
oder bei Nacht.
-Wild, das bis zu 2 Stunden nach dem Verenden aufgefunden wird
ist in der Regel noch
brauchbar, sollte aber unverzüglich an einem luftigen Ort
auskühlen.
- Stücke, die später als zwei Stunden nach dem Schuss
aufgefunden werden, sind meist schon verhitzt, insbesondere dann, wenn
es ich um schwere Stücke handelt (schwere Stücke
Dis
Verbringen erlegter, ausgeweideter Stücke in Umgebungstemperaturen
von unter
Umluftkühlung
ist dabei sinnvoller als stille Kühlung, da das Wild schneller
herunterkühlt. Erst nach eingetretener Totenstarre (Ende der
Fleischreifung) sollte man das Stück aus der Decke, oder Schwarte
schlagen und zerwirken.
Durchschnittliche
Reifezeit in der Kühlung:
Hase, Kanin, Federwild: ca. 36 Stunden, Reh, Gams,
Muffel, Schwarz- und Rotwild über 50 kg 72 bis 92 Stunden
Lagerdauer
in der Kühlung bei Umgebungstemperaturen von + 2 Grad C ohne Qualitätseinbußen
ca. 8 Tage
Das Aufbrechen von Wild
Saubere Sache " Die Ringel-Methode "
Fleischer und Metzger weiden seit jeher
Nutztiere nach der Ringel-Methode aus.
Auch bei Aufbrechen von Wild hat diese Methode uneingeschränkte
Vorteile.
Grundsatz dieses Aufbrechens ist, dass das Schloss zu bleibt und von hinten über Kopf ausgeweidet wird.
Vorteilhaft
und hygienisch
Fertig - der Waiddarm ist ausgelöst.
Tipp: Um das Stück zu fixieren, wird vor dem ersten Schnitt ein Lauf in Richtung Haupt gelegt und mit dem Fuß festgeklemmt.
Das Wild wird mit dem Haupt nach unten weiter versorgt. Hilfreich ist ein Schnitt zwischen Achillessehne und Schienbein, um es an einen abgesägtem Ast, der Hochsitzleiter oder mit einen Strick an einen Baum zu hängen. Das Wild wird im Hängen mit dem Haupt nach unten aufgebrochen. Schweiß und (bei Waidwundschüssen) Pansen- oder Waidsackinhalt werden nicht über die geöffneten Keulen und Filets gezogen. Die besten Wildbret-Teile sind auf diese Art meist noch zu retten.
Die Nieren und das Nierenfett verbleiben im Wildkörper. Sie schützen die Filets vor Verunreinigungen und werden erst in der Wildkammer entnommen. Nieren und Nierenfett bleiben beim Ringeln auf den Filets. Besonders bei Gescheideschüssen sind die besten Stücke des Wildbrets auf diese Weise vor Verschmutzungen geschont. Das Zwerchfell wird unterhalb der Filets entlang der Rippenbögen abgeschärft. Die Hauptschlagader auf der Unterseite der Wirbelsäule muss hier samt Lunge noch abgetrennt werden.
Fertig: Die Nieren werden erst später in der Wildkammer abgeschärft, Ein- und Ausschuss großzügig entfernt, und das Stück mit Trinkwasser ausgespült.
Die Schlossnaht wird beim Zerwirken sauber und präzise
durchtrennt, da die Stücke vorher aus der Decke geschlagen sind.
Beim Schwarzwild hat es noch einen weiteren Vorteil. Das Bauchfell bleibt samt Zwerchfellpfeiler erhalten. Diese Zwerchfellpfeiler, die für die Trichinenuntersuchung unentbehrlich sind bleiben erhalten und können ungehindert entnommen werden. Anders, wenn von vorne nach hinten ausgeweidet wird, dabei wird alles herausgerissen und diese Zwerchfellpfeiler sind im gesamten Gescheide-/Geräuschwirrwarr schlecht wiederzufinden.