(Dieser Artikel
wurde für Jäger und Nichtjäger geschrieben. Er hat keinen
wissenschaftlichen Anspruch, sondern einen informativen Charakter. Die in dem
Artikel genutzten Informationen basieren aus dem Internet sowie aus Quellen wie
im Quellenverzeichnis hinterlegt. )
Aujetzky´sche Krankheit,
eine
große Gefahr für unsere Jagdhunde.
Fast in Vergessenheit geraten ist
die Aujetzky´sche Krankeit bei Hunden. Eigentlich soll Deutschland AK frei
sein, jedoch kostete diese Krankheit in 2009 vier Hunden in Deutschland das
Leben. Drei davon waren Jagdhunde, die Kontakt mit Schwarzwild hatten.
Das Aujetzky-Virus war Ende des
vergangenen Jahres bei einem Jagdhund im Landkreis Wittenberg entdeckt worden.
Sie ist eine durch das Aujeszky-Virus
hervorgerufene anzeigepflichtige
Tierseuche mit geringer Pathogenität
für den Menschen. Der Erreger gehört zur Familie der Herpesviren,
Genus Varicellovirus.
Sein eigentlicher Wirt sind Schweine,
daher Suides
Herpesvirus 1
Die Krankheit ist nach dem ungarischen Tierarzt Aladár
Aujetzky benannt.
Dieses ist Grund genug diese tödliche
Viruskrankheit ins Bewusstsein von Hundeführern zu rufen. Dieses Virus befällt
aber außer Hunden auch Katzen, Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Fischotter,
vereinzelt auch Rotwild, Rehwild, Hase und Kaninchen und auch Kleinsäuger wie
Ratten, Mäuse und Igel. Eine
Ansteckungsgefahr besteht für Fleisch-, Aas- und Allesfresser, durch das
Anschneiden von Kadavern infizierter Tiere.
Für den Menschen ist die
Infizierung mit dieser Krankheit nicht gegeben
Leider schütz nicht nichts vor
der Infizierung . nur Vorsicht.
In der Zeit von 2001 – 2008
galt Deutschland als AK-freies Gebiet.
Diese Krankheit wurde früher
auch
Die Pseudowut (auch Pseudorabies, Pseudolyssa,
Juckseuche, Juckpest, Infektiöse Bulbärparalyse, Tollkrätze,
Morbus Aujeszky,
Aujetzky-Krankheit,
Erreger
/ Übertragung:
Sie wird durch ein Virus ausgelöst, das nach
seinem Entdecker benannt wurde und sich in rohem Schweinefleisch befinden kann.
Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 9 Tage.
Symptome:
Spezifische Symptome sind Wesensveränderung, Müdigkeit
und Appetitlosigkeit. Die Tiere verkriechen sich, werden unruhig, es tritt
vermehrter Speichelfluss auf, scheuern, kratzen und beißen sich das Fell aus.
Erbrechen, Atemnot und gelegentlich Fieber kommen kurz vor dem Tod der Tiere mit
hinzu, eventuell auch Schlundkopf- und Kieferlähmung. Der Tod tritt innerhalb
von 1 bis 2 Tagen ein.
Auch in den zurückliegenden
Jahren sind Hunde an AK verstorben, sowohl in Deutschland als auch in
Osterreich, Belgien und Frankreich. Die Tierseuchenberichte der vergangenen
Jahre weisen in Deutschland eine AK‑freie Zeit von 2001 bis einschließlich
2008 aus. Für den Zeitraum von 1995 his 2000 werden zwölf Hunde ohne nähere
Angaben zur Rasse und drei Stück Schwarzwild mit AK gelistet.
Die Aujetzkysche Krankheit ist
bei Schweinen weltweit verbreitet. Erstmals beschrieb der ungarische Tierarzt
Aladár Aujetzky unter dem Titel ,Ober eine neue Infektionskrankheit bei
Haustieren" die nach ihm benannte Krankheit für Rind, Hund und Katze und
grenzte sie von der Tollwut ab.
Erreger der in Deutschland
anzeigepflichtigen Tierseuche ist das Suide Herpesvirus 1 (SHV1). Seit 1935 ist
das
Schwein als Hauptvirusträger
bekannt. Fleisch- und Allesfresser infizieren sich über die
Nahrungsaufnahme. Unter Schweinen ist die Obertragung auch durch
Geschlechtsverkehr möglich. Hunde stecken sich hauptsächlich über die Maul-
und Nasenschleimhäute an. Infektionsquellen sind die Verfütterung von rohem,
ungekochtem Schweinefleisch auch Raucherwaren und besonders bei
Jagdhunden der direkte Kontakt zu infizierten Schwarzkitteln. Von
der Infektion bis zum erkennbaren Auftreten erster Anzeichen der Erkrankung
vergehen ein bis sechs Tage. Trotz aller Gefährlichkeit
sind die Todesfalle von Jagdhunden durch AK
im Verhältnis zur Anzahl jagdlich geführter Hunde bisher als eher seltene
Ereignisse einzustufen. Dennoch können steigende Schwarzwildbestände als
Infektionsrisiko für Jagdhunde erhöhen. Jüngste Untersuchungen sprechen dafür,
class sicii das ATC-Virus bei Schwarzwild in den vergangenen Jahren starker
verbreitet hat Deutschland
steht allerdings nicht alleine mit der AK
bei Schwarzwild da ' wie Veröffentlichungen aus Italien, Spanien Frankreich
der Schweiz Kroatien, Slowenien, Tschechien und
Polen belegen.
Unbekannt bleibt, wie viele AK-Stämme tatsächlich in den Wildschweinpopulationen
Europas zirkulieren. Auch wem keine offizielle Angaben zum, Vorkommen des AK-Virus
in den Schwarzwildbeständen vorliegen, sollten die bestätigten Todesfalle
von Jagdhunden für Jäger Beweis genug sein, ihre Vierbeiner achtsam
einzusetzen. Experimentelle.
Der Hund lauert beim Aufbrechen von Wild auf einen leckeren
Happen. Das Verfüttern von nicht gegartem Schweinefleisch sollte jedoch
unterbleiben ...
Jagdhunde sollten an der Strecke
oder der unmittelbar vor ihnen erlegten Sau unter Kontrolle bleiben und sollten
auch vom Haupt und den Geschlechtsorganen des erlegten Schwarzwildes
ferngehalten werden. Auch Teile des Aufbruches zum Genossen machen"
sollten nicht verfüttert werden. Eine
Schutzimpfung für Hunde gibt es bislang nicht.
Eine
hohe natürliche Resistenz gegen AK zeigen
außer dem Menschen die Primatenarten und Einhufer. Die Wissenschaft geht davon
aus, dass nahezu alle Saugetierarten für AK empfänglich sind. Tatsächlich
gibt: es nur sehr wenige Berichte über das Auftreten von AK bei Wildtieren außer
Schwarzwild. In Einzelfallen wurde AK bei Rotwild, Rehwild, Fuchs, Dachs,
Marder, Fischotter, Iltis, Hase und Kaninchen nachgewiesen. Igel und
Kleinnager, besonders Ratten, sind für AK ebenfalls empfänglich. Weitere Fälle
aus Zoos und den USA betreffen Arten wie zum Beispiel. Waschbär, Schakal,
Braunbär, Schwarzbär und Weißwedelhirsch. Diese Infektionen verlaufen in der
Regel. blind", weil die Wildarten als Endwirte zu keinem Zeitpunkt das
Virus ausscheiden. Beim Fuchs wird der Krankheitsverlauf als höchst akut und
stets tödlich binnen 24 Stunden beschrieben.
Eine
Ansteckungsgefahr besteht für Fleisch-,
Aas-
und Allesfresser durch das Anschneiden von infizierten Kadavern.
Die
Aujetzkysche Krankheit kann bei Wildtieren und Jagdhunden unerkannt bleiben.
Bei
unerwarteten Todesfällen nach Kontakt mit Schwarzwild sollte bei Jagdhunden
die Aujeszkysche Krankheit unbedingt abgeklärt werden.
Vorsorge
/ Behandlung:
Eine Behandlung dieser Krankheit ist derzeit leider
nicht möglich. Die einzige Möglichkeit besteht daher in der Vorbeugung: kein
rohes Schweinefleisch. Füttern.
Bei nahezu allen Säugetieren
verläuft die Infektion
tödlich. Primaten,
Menschen und Einhufer sind jedoch für das Virus nicht
empfänglich. Beim Schwein verläuft sie als zyklische Allgemeininfektion mit
Virusausbreitung über Lymph- und Blutgefäße und Nerven. Zentralnervensystem
und die Schleimhäute
des Respirationstraktes sind bevorzugte Manifestationsorgane. Wie bei allen
Herpesinfektionen gibt es bei SHV-1 bei Schweinen eine latente (meist lebenslängliche)
Infektion, welche insbesondere unter Stress reaktiviert wird.
Bei Rindern,
Hunden, Katzen
und Schafen
kommt es schnell zu einer Gehirn-
und Rückenmarksentzündung
mit zentralnervösen Erscheinungen und starkem Juckreiz
und danach zum Tod des Tieres. Alle diese sogenannten „Endwirte“ scheiden zu
keinem Zeitpunkt das Virus aus und müssen sich via Schwein angesteckt haben
(eventuell auch über verseuchte Gerätschaften, verschmutzte Stiefel und so
weiter).
Beim Schwein tritt kein Juckreiz auf. Saugferkel
zeigen neuronale Symptome mit Ataxien
und Krämpfen, meist verenden sie innerhalb weniger Tage. Schweine
in einem Alter von mehr als vier Wochen überleben die Krankheit, sie sind die
eigentlichen Hauptwirte des Virus. Jüngere Schweine zeigen noch neuronale
Symptome, Mastschweine zeigen respiratorische
Symptome. Die Krankheit führt in den Schweineproduktionsbetrieben zu großen
Verlusten einerseits durch die Ferkelsterblichkeit andererseits durch die
verminderten Tageszunahmen und der damit verbundenen verlängerten Mastperioden.
Die Ansteckung erfolgt über direkten (von Schwein zu Schwein) oder indirekten
Kontakt (Lastwagen nicht gereinigt, Futterlieferanten, Besucher), in seltenen Fällen
auch über die Luft. Die häufigste Ansteckungsquelle sind zugekaufte latent
infizierte Zuchttiere (Ortswechsel = Stress = Reaktivierung) oder infizierte
Mastferkel.
Pseudowut
ist anzeigepflichtig
und wird in vielen Ländern staatlich bekämpft. Sanierungsmaßnahmen beinhalten
die Überwachung der Schweinepopulation durch regelmäßige Blutproben,
Sanktionen
wie Sperrung von Betrieben und Keulung.
Es besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Impfung,
diese wird in stark verseuchten Gebieten mit Erfolg angewandt, allerdings schützt
sie nur vor den Symptomen (keine Verluste für den Bauern), nicht vor einer
Infektion. Auch geimpfte Tiere können latente Herpesinfektionen aufweisen und
diese gegebenenfalls in eine ungeimpfte Population einschleppen. Daher muss in
offiziell anerkannten virenfreien Ländern die Impfung verboten werden (wie z. B.
in der Schweiz).
Eine große Gefahr stellt die Einschleppung der Krankheit durch Wildschweine
in artgerechte Schweinehaltungen (mit Auslauf im Freien) dar.
Zusammenfassung
für unsere Hunde
Anzeigepflicht.
Die Aujetzkysche Krankheit ist eine
anzeigepflichtige Seuche im Sinne des § 9 Tierseuchengesetz.
Gefahr für
den Hund. Hunde
sind für die Aujetzkysche Krankheit empfänglich. Sie verläuft bei unserem
Jagdgenossen unter tollwutähnlichen Erscheinungen (Pseudowut) und endet' stets
tödlich Die Infektion wird jedoch im Gegensatz zur Tollwut nicht auf andere
Hunde oder gar Menschen übertragen. Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme
infektiösen Futters (Schweinefleisch, Innereien und Schlachtabfälle vom
Schwein, Kadaver). Nach einer Inkubationszeit von etwa 1‑4 Tagen zeigen
sich Übelkeit, Hecheln und starker Speichelfluss. Der Hund wirkt apathisch,
schreckhaft, auffallend durstig und zeigt sehr oft starken Juckreiz, der starkes
und anhaltendes Kratzen (blutige Lefzen) sowie an erreichbaren Stellen (z. B.
Pfoten) Benagen auslöst, u. U. bis zur Selbstverstümmelung. Angriffslust
besteht nicht. Der erkrankte Hund stirbt meist innerhalb von 24 Stunden.
Zuckungen, besonders im Bereich der Kopfmuskulatur, Stöhnen und
Pupillenerweiterung zeigen den nahen Tod an.
Eine vorbeugende Impfung ist
nicht möglich, eine Behandlung stets erfolglos. Vorbeugende Maßnahmen beschränken
sich auf:.
a.) kein Verfüttern von rohem Schweinefleisch und
Schweine‑Innereien (gilt auch für Teile
von Schwarzwild),
b.) Kadaverfressen
verhindern und
c)
keine Teile von erlegtem, krankheitsverdächtigem Wild verfüttern.
Der stets gegebene Verdacht auf
Tollwut erfordert die Zuziehung eines Tierarztes. Sowohl unsere eigene
Sicherheit als auch unser vierbeiniger Jagdfreund muss uns das wert sein.
- . -
Neue Gefahren für unsere vierbeinigen Helfer
Urlaub in südlichen Ländern bleibt für Hunde nach wie vor gefährlich!!
Durch rechtzeitige Prävention können gefährliche Krankheiten vermieden werden. Bei Reisen in südliche Länder ist es unbedingt erforderlich, den Hund vor Blut saugenden Parasiten zu schützen.
Blut saugende Parasiten, wie Zecken und Mücken, sind in allen südlichen Ländern. wie Mittelmeerländer, Nordafrika und vielen osteuropäischen Staaten gefährlicher als in Deutschland. Der Grund dafür ist, dass Zecken und Mücken dort viel häufiger mit gefährlichen Erregern, wie Viren, Bakterien oder Parasiten belastet sind als bei uns in Deutschland. Die durch sie übertragenen Erreger können beim Hund akute, chronische bis tödlich verlaufende Krankheiten auslösen. Unbehandelt können solche Urlaubs- und Reisekrankheiten häufig mit dem vorzeitigen Tod der Tiere enden. Hierzu zählen insbesondere die Babesiose oder auch als Hundemalaria bekannt, die Leishmaniose, die Ehrlichiose sowie die Dirofilariose, auch Herzwurmkrankheit genannt und die Hepatozoonose. Die Erreger dieser Krankheiten werden alle durch Zecken oder Mücken übertragen. Zur Übertragung kann bereits ein einziger Stich ausreichen.
-Babesiose canis- auch Piroplasmose
oder Hundemalaria genannt breitet sich aus
verursacht
durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Der
Herbstspaziergang durch Wälder und Wiesen, das tägliche Gassi gehen oder mit dem Herrchen Pilze sammeln, kann für den Hund
zu einem gefährlichen Abenteuer werden. Das gilt insbesondere dann, wenn er von
der neuen Zeckenart, der braunen Hundezecke oder der Auwaldzecke genannt gestochen wird. Auwaldzecken sind i. d. R.
größer als der bei uns vorkommende gemeine Holzbock. Sie hat einen weißen mit
dunklen Flecken marmorierten Schild.
Männliche Auwaldzecken sind meist etwas kleiner als weibliche. Letztere sind im
ausgewachsen Stadium ca. 5 mm und vollgesogen bis zu
16 mm groß.
Abb: männliche Auwaldzecke
Quelle:
Wikipedia
Steckbrief für die Auwaldzecke
Stamm:
Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm:
Chelicerata
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Milben (Acari)
Unterordnung: Parasitformes
Überfamilie: Zecken (Ixodidae oder Metastigmata)
Familie: Schildzecke (Ixodesricinus)
Art: Auwaldzecke
Schildzecken: Weltweit sind ungefähr 800 Zeckenarten bekannt. Am weitesten verbreitet sind in Deutschland die sogen. Schildzecken wie der Holzbock (Ixodes ricinus).
Zur Familie der Schildzecken gehören unter anderem die Auwaldzecke, Schafzecke, Igelzecke und braune Hundezecke. Wie es der Name schon verrät, trägt diese Zackenfamiliue auf dem Rücken einen harten Chitin-Schild.
Natürliche
Feinde der Zecken: Starker Frost - sie bleiben in ihrer Entwicklung
zurück -, einige Pilze, parasitische Fadenwürmer, Vögel, die Erzwespe (Ixodiphagus
hooker) - eine kleine Wespenart, die ihre Eier in die Zecke legt, die diese in
ihrer Entwicklung auffressen-
Diese
Auwaldzecke (Dermator reticularis) ist Überträger der für den Hund
gefährlichen Hundemalaria, die von Tierärzten auch als -Babesiose canis- bezeichnet
wird. Dabei sind diese Zeckenarten im
Herbst infektiöser, also gefährlicher, als im Frühjahr und im Sommer. Sie
sind bereits schon im Februar aktiv bis Ende Oktober, Anfang November aktiv.
Hundemalaria
durch einen einzigen Zeckenstich
Diese
Krankheit ist in ihren Symptomen und dem Krankheitsverlauf der
menschlichen Malaria sehr ähnlich. In beiden Fällen ist der Erreger ein
Blutparasit, der die roten Blutkörperchen zerstört. Am Anfang steht zunächst
ein einziger harmlos erscheinender Zeckenstich, der nach Übertragung der
Erreger zu einer akuten bis tödlich verlaufenden Infektion führen kann. Wird
die Hundemalaria rechtzeitig erkannt, ist sie gut therapierbar und heilbar.
Unbehandelt oder zu spät behandelt, kann der Hund innerhalb
weniger Tage an Gelbsucht und Blutarmut zu Grunde gehen. Deshalb ist
eine richtige und schnelle Diagnose durch einen Tierarzt äußerst wichtig.
Zahl der
Erkrankungen steigt
Mehr als 1500 Hunde sind im letzten Jahr allein in Deutschland an der Hundemalaria erkrankt. Das ist zu den Vorjahren ein drastischer Anstieg. Nicht gerechnet in dieser Zahl ist die Dunkelziffer, die unter Fachleuten ziemlich hoch eingeschätzt wird. Die Hundemalaria trat bisher bei uns nur als so genannte Reisekrankheit auf, die aus den Mittelmeer- und Balkanländern eingeschleppt wurde. Heute wird sie in vielen Teilen Deutschlands von Februar bis November von eingewanderten und eingeschleppten Auwaldzecken übertragen. Die Babesiose canis (Hundemalaria) kommt mittlerweile in Deutschland besonders in Rheinland-Pfalz, Bayern, Saarland Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg und breitet sich weiter aus.
Ihre Ausbreitung erfolgt sehr rasch. Der Grund
dafür ist, dass eine infizierte Auwaldzecke bis zu 3000 Eier legt. So sind auch
alle Zecken, die sich aus diesen Eiern entwickeln, mit Babesien
infiziert. Hundehalter sollten ihre Tiere nach Möglichkeit vom Anfang des
Frühjahres bis zum Ende des Herbstes schützen. Das alleinige Absammeln der
Zecken verhindert in der Regel keine Infektionen. Der infizierte
"Zeckennachwuchs", die Nympfen, sind viel
zu klein, um rechtzeitig im Fell des Hundes erkannt zu werden. Meist werden sie
erst Tage nach ihrer Blutmahlzeit bemerkt. Dann kann es schon zu spät sein und
es können sich schon längst ihre gefährlichen Erreger übertragen und ausgebreitet
haben.
Vorbeugung
ist immer wichtiger
Am
häufigsten werden von Tierärzten Tinkturen, sogen. SPOT ON Produkte, wie Frontline oder Exspot mit Zweifachwirkung verordnet. Diese
verfügen sowohl über eine starke abschreckende Wirkung. als auch über eine
abtötende Wirkung. Diese Präparate werden an einem oder mehreren Punkten auf
die Haut des Hundes geträufelt, dringen dabei in seine obere Hautschicht ein
und verteilen sich über den ganzen Hund, von den Ohren bis zur
Schwanzspitze. Günstig ist, wenn man dieses Präparat auf dem Rücken am
Halsansatz direkt auf die Haut träufelt. Wie mit einem unsichtbaren
Schutzschild wird der Hund so bis zu fast 100% vor Zecken, Flöhen und Mücken
auch vor Milben geschützt. Das ist wichtig, denn Parasiten, die vom Hund abgeschreckt
werden, können ihn auch nicht stechen und infizieren. Sollte sich dennoch eine
Zecke auf den Hund verirren, so wird sie durch diese verabreichte Mittel
abgetötet. Die Wirkung dieser Mittel hält im Regelfall über vier Wochen an.
Auch Zeckenhalsbänder sind ein probates Mittel zur Abwehr von äußeren
Hautparasiten, wie Zecken, Flöhen und Milben.
Solche Mittel schützen auch den Menschen
Durch
diese Maßnahmen am Hund schützt der Hundehalter aber auch sich selbst und seine
Familie vor den Parasiten. Wenn Zecken sich nicht auf dem Hund festsetzen,
können sie auch nicht über ihn ins Haus getragen werden.
Bei
einem Biss durch die Auwaldzecke die für die Hundebabesiose
verantwortlich ist, drohen dem Menschen aber wie bei der normalen Zecken, bzw.
dem gemeinen Holzbock die BorreIiose und/oder die
gefährliche FSME (FrühSommer-MeningoenzEphalitis).
Gegen
die FSME kann sich der Mensch durch Impfung schützen, wobei es gegen die Borreliose leider keine Impfung gibt. Auch Hunde können an
der Borreliose erkranken, wobei es für Hunde eine
Impfung gibt, die aber unter Tiermedizinern umstritten ist.
Es
gibt aber auch Babiesia-Arten woran der Mensch
erkranken kann. Es handelt sich dabei um von Rindern und Pferden auf den Menschen übertragbaren
Arten. Hier handelt es sich um die sogen. Babiesia microti und Babiesia divergens.
Als Hauptrisikogebiete für die Hundemalaria
gelten immer noch die Ostblockstaaten und die Mittelmeerländer, Südfrankreich
und Teile der Schweiz. Die Auwaldzecke wurde von dort durch Teilnehmer an
Jagdreisen und Urlaubern nach Deutschland eingeschleppt. In Deutschland gibt es
mittlerweile Risikogebiete, nämlich der Alpenraum, Rheinland-Pfalz und
Nordrhein-Westfalen und Teile der neuen Bundesländer z.B. Brandenburg mit
Ausbreitungstendenz über ganz Deutschland bzw. Europa.
Zusammengefasst:
Vorkommen
Übertragung
Inkubationszeit
Symptome
Diagnose
Therapie
Prophylaxe
Prognose
- . -
Ein
besonderer Fall dieser Hundemalariaerkrankung wird in einem Bericht in der
Zeitschrift "Wild und Hund" beschrieben.
Näheres
siehe Bericht -Wild und Hund- Heft 2/2005
Die Braune Hundezecke
(Rhipicephalus sanguineus)
Abb. Quelle:
www.Wikipedia.de
Überfamilie:
Zecken
(Ixodida od. Metastigmata)
Familie:
Schildzecken
(Ixodidae)
Art:
Braune Hundezecke
Die Braune Hundezecke ist im nüchternen Zustand etwa drei bis 3,5 Millimeter groß, im vollgesogenen Zustand sind Weibchen bis zu 1,2 Zentimeter lang. Sie sind rötlich-braun gefärbt, Weibchen haben im Vorderkörper ein dunkleres Rückenschild. Die braune Hundezecke gehört zur Klasse der Spinnentieren (Akariden) und hat vier braune Beinpaare. Als Larven besitzen sie wie Insekte 3 Beinpaare, die sich um Nympfenstadium zu den Achtbeinern entwickeln.
Die Braune Hundezecke kommt in warmen Ländern (Mittelmeerraum) vor und kann sich aufgrund des kälteren Klimas in Deutschland nur in Haushalten vermehren.
Der Entwicklungszyklus ist dreiwirtig, wobei alle Stadien den Hund bevorzugen. Die Eier sind 0,5mm groß und rundlich. Sie werden als Pakete abgelegt. Die Weibchen legen nach der Blutmahlzeit ihre Eier versteckt im Boden bzw. in Verstecken in Wohnungen und an Hunderuheplätzen ab.
Nach 20-43 Tagen schlüpft die sechsbeinige Larve die etwa 0,5 Millimeter groß
ist. Sie bleibt dann noch 1-3 Wochen in der Umgebung des Eihaufens, bis ihre
Kutikula hart und pigmentiert ist, dann befällt sie
ein Wirtstier. Die Blutaufnahme dauert 3 Tage, dann fällt die vollgesogene
Larve ab und häutet sich nach 5-7 Wochen zur achtbeinigen Nymphe.
Die etwa 1 mm große Nymphe
saugt für 3-5 Tage am Wirt. Dann fällt sie ab und häutet sich nach 3-5 Wochen
zum Imago.
Die erwachsene weibliche Zecke saugt für 1 Woche.
Dabei findet in der Regel die Begattung statt. Wenn das Weibchen vollgesogen
ist, lässt es sich fallen und legt innerhalb von 4-20 Tagen (je nach Temperatur
und Luftfeuchtigkeit) 2000-5000 Eier in passender Brutstätte. Dies geschieht
oft im Lager des Hundes. Danach stirbt es.
Der gesamte Entwicklungszyklus dauert 3-4 Monate.
Rhipicephalus sanguineus überlebt in Deutschland auf Dauer nur in beheizten Räumen.
Ohne Blutaufnahme kann sie bis zu 19 Monaten überleben.
Hundezecken sind sehr bewegungsaktiv. Sie können
durch kleine Ritzen und entlang von Versorgungsschächten auch benachbarte Räume
besiedeln. Durch den kurzen Entwicklungszyklus kann es schnell zu einem
Massenbefall kommen. In kühlerer Umgebung verfallen sie in eine Kältestarre (Diapause)
und können auch ohne Wirt bis zu einem Jahr überleben.
Rhipicephalus
sanguineus, die Braune Hundezecke
Rhipicephalus sanguineus wurde aus mediterranen Urlaubsländern nach
Deutschland eingeschleppt und hält sich sowohl in Zwingern und Ställen, aber
auch in Wohnungen auf, wo sie sich auch schnell vermehren kann. Die braune
Hundezecke befällt bevorzugt den Hund, auf den sie sowohl die Babesiose
als auch die Ehrlichiose
übertragen kann.
Die
braune Hundezecke ist eine Unterart der Zeckenspezies und gehört wie der bei
uns hauptsächlich vorkommende Holzbock zu den Spinnentieren. Sie ist ein
blutsaugender Parasit,
stammt ursprünglich aus Afrika und ist mittlerweile in ganz Südeuropa
verbreitet. Nördlich der Alpen tritt sie nur im Sommer durch Einschleppung auf,
in beheizten Einrichtungen wie Wohnungen, Hundezuchten und Tierheimen kann sie
auch hier ganzjährig endemisch
auftreten. Die Braune Hundezecke befällt vorwiegend Hunde, andere Warmblüter
(einschließlich des Menschen) werden nur selten aufgesucht.
Sie
kann wie ihre Verwandte die Auwaldzecke die Babesia
canis vogeli (ein Erreger der Babesiose
der Hunde), Ehrlichia
canis (Canine)
Ehrlichiose) und Hepatozoon
canis (Hepatozoonose)
übertragen.
Dermacentor reticulatus, die Bunt- oder Auwaldzecke
Dermacentor reticulatus ist gekennzeichnet durch ein marmoriertes Rückenschild
und bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Als Wirt
dienen der Buntzecke oder Auwaldzecke große Haus- und Wildsäugetiere, aber
auch Hunde. Sie spielt als Überträger der Babesiose
auch in Deutschland eine große Rolle.
Babesiose
canis (Piroplasmose)
Die Babesiose ist für Hunde
eine gefährliche Infektionskrankheit und
endet unerkannt meist schnell mit dem Tod.
Babesien sind Einzeller, die durch die Braune
Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und die Bunt-
oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen werden. Sie
befallen und zerstören die roten Blutkörperchen.
Daher wird bei der Babesiose als häufigstes Symptom Blutarmut festgestellt.
Weitere Symptome können hohes Fieber, roter oder grünlicher Urin sowie
Gelbsucht sein. Häufig treten auch entzündliche Veränderungen der Augen auf.
Sogar Netzhautablösungen können die Folge sein.
Ehrlichiose
(Rickettsiose)
Ehrlichiose wird durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Ihre Erreger sind Bakterien, die sich im Knochenmark vermehren. Sie führen zur Verminderung der Thrombozyten und zu einer Blutungsneigung. Die klinischen Symptome sind z.B. Fieber, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, Atmnot, Schlappheit, Erkrankungen der Lymphknoten und Hoden, sowie Blutungen. Unbehandelt kann die Ehrlichiose auch tödlich verlaufen. Durch die braune Hundezecke wird auch die Hepatozoonose übertragen. Diese Krankheit ist zwar sehr selten. Sie entsteht dann, wenn der Hund eine infizierte Zecke von seinem Fell abbeißt und frisst. Symptome sind Fieber, starke Abmagerung, Schmerzen in Muskeln und Knochen. Unerkannt und unbehandelt hat diese Krankheit einen schweren Verlauf und führt meist zum vorzeitigen Tod.
Ehrlichien (Rickettsien) sind Erreger, die in den
sogenannten Monozyten leben. Sie werden durch die Bunt-
oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen. Akut an
Ehrlichose erkrankte Tiere können unter hohem Fieber, Apathie, Fressunlust,
Lymphknotenschwellungen und Blutungen leiden. Chronisch an Ehrlichiose erkrankte
Hunde magern ab und zeigen eine deutliche Blutungsneigung.
Die Leishmaniose wird nicht durch Zecken, sondern durch Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) übertragen, die auch häufig als Sandmücken bezeichnet werden. Die Leishmaniose schädigt beim Hund verschiedene Organe, wie Knochenmark, Milz, Leber, Nieren und Lymphknoten. Die infizierten Hunde magern ab haben teilweise Haarverluste und schwere Hautveränderungen. Die Krankheit verläuft chronisch, unbehandelt sogar tödlich. Sie ist in vielen Fällen unheilbar und kann sich auch auf den Menschen übertragen.
Die Dirofilariose, die auch Herzwurmkrankheit genannt wird, wird ebenfalls durch Mücken (Culiiden) übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und parasitieren meist in den Lungenarterien und dem rechten Herzen. Unbehandelt und je nach Befallsgrad kann diese Krankheit beim Hund vorzeitig zum Tode führen.
In
der Natur war es in Deutschland bislang zu kalt für die Braune Hundezecke.
Doch wenn sich das Klima weiter erwärmt, ist damit zu rechnen, dass die
Braune Hundezecke auch hier heimisch wird - und mit ihr das
Mittelmeerfleckfieber.
Prof.
Dr. Dr. Peter Kimmig vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg warnt: "Es
ist zu erwarten, dass sich das Mittelmeerfleckfieber bei uns ausbreiten wird.
Die Erfahrung zeigt: Sind erst die Überträger hier, treten auch die
Krankheiten vermehrt auf. Die Hundezecke wird immer wieder eingeschleppt. Künftig
wird sie wahrscheinlich auch hier überleben können."
Hat man die Zecken erst einmal
eingeschleppt, kann es schnell zu einem unangenehmen Problem kommen: Die
Braune Hundezecke kann sich im Gegensatz zu anderen heimischen Zecken in Wohnräumen
vermehren. Sie ist nicht auf ein feuchtes Klima angewiesen, sondern überlebt
auch in trockener Luft und pflanzt sich fort. So kann es durchaus vorkommen,
dass man sich aus dem Urlaub auch ein Zeckenpärchen mitbringt - und dann eine böse
Überraschung erlebt, wenn die Tiere plötzlich in großer Zahl in der Wohnung
auftreten.
Die Braune Hundezecke kann bei Hunden Babesia canis vogeli (Erreger der milden Form der Babesiose), Ehrlichia canis (Erreger der Ehrlichiose) sowie Hepatozoon canis (Erreger der Hepatozoonose) übertragen.
Da Hundezecken keinen oder nur einen unterentwickelten Gesichtssinn haben, lässt sich ein Befall durch Störung der Witterung von Körpergeruch verhindern. Hierzu eignen sich Diethyltoluamid und Icaridin, die allerdings nur eine Kurzzeitwirkung haben. Mittel der Wahl sind Pyrethroide, deren milbenabweisende Wirkung auch auf einer chemischen Reizung der Zecke („Fuß-Rückzieh-Effekt“) beruht. Amitraz, Fipronil, Permethrin, Propoxur und Pyriprol haben bei Auftropfen auf die Haut (pour on) eine Schutzwirkung von etwa vier Wochen. Deltamethrin und Propoxur haben bei Anwendung in Form imprägnierter Halsbänder eine Schutzwirkung von etwa sechs, Dimpylat von vier Monaten.
Eine Zeckenprophylaxe wird bei Hunden generell – auch zum Schutz vor anderen Zecken (Gemeiner Holzbock, Auwaldzecke, braune Hundezecke) und der von ihnen übertragenen Krankheiten – während der warmen Jahreszeit empfohlen.
Vorbeugen ist besser als heilen - Stoffe mit Zweifachwirkung bieten den besten Schutz. Da Zecken ihre gefährlichen Erreger zum Teil sehr schnell auf den Hund übertragen können, ist das Absammeln kein sicherer Schutz für das Tier. Viel zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, einzelne infizierte Zecken, auch im Larven- oder Nymphenstadium, die auch schon infektiös sein können, werden leicht übersehen oder werden erst Tage danach entdeckt, also erst dann, wenn der Hund bereit schon infiziert ist.
Weil Mücken ihre Erreger bereits mit einem Stich und schon mit dem ersten Stich übertragen können, ist es zweckmäßig Mittel zu verabreichen mit Zweifachwirkung, die die Parasiten abtöten aber auch abschrecken. Am häufigsten werden hier Spot-on-Präparate verabreicht. Man kann auch Halsbänder mit abschreckender Wirkung anlegen.